Sozialpädagogik

Leitung: Christiane Bader und Henrik Hohls

 Seminardidaktische Grundsätze der Ausbildung

Ausgehend von konkreten Unterrichtsanforderungen in den verschiedenen sozialpädagogischen Ausbildungsgängen an den berufsbildenden Schulen (zweijährige Berufsfachschule Sozialpädagogik, Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistentin/Sozialpädagogischer Assistent, Fachschule Sozialpädagogik, Berufliches Gymnasium Gesundheit und Soziales) werden teilnehmer- und situationsorientiert fachdidaktische und methodische Inhalte erarbeitet.

Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an den verschiedenen Aufgabenstellungen, die Lehrkräfte an Berufsbildenden Schule im Fachbereich Sozialpädagogik zu erfüllen haben.

Im Zuge der Neuordnung der Ausbildung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst wurde durch die neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (APVO) ein landesweit einheitlicher Seminarlehrplan erstellt, der in Form von elf Lernfeldern strukturiert ist.

Ausgehend von folgenden Lernfeldern im Studienseminar wird anhand von entsprechenden  Lernsituationen die Ausbildung in der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik gestaltet, so dass in diesem Kontext ein doppelter Theorie-Praxis-Bezug realisiert wird:

  • Sich im Seminar und in der Ausbildungsschule orientieren
  • Unterricht planen
  • Unterricht durchführen
  • Unterricht theoriegeleitet beobachten, reflektieren und evaluieren
  • Erzieherisch handeln
  • Lernerfolg überprüfen und Leistungen bewerten
  • Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte, Betriebe und Kollegen beraten
  • Die eigene Berufskompetenz weiterentwickeln
  • Sich an Schulentwicklungsprozessen beteiligen
  • Achtsam mit sich und anderen umgehen

Im Fachseminar Sozialpädagogik wird von drei wesentlichen Prinzipien der Seminararbeit ausgegangen:

Ø  Prinzip der Teilnehmerorientierung und Verantwortungsübernahme

Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV) tragen Verantwortung für ihren Ausbildungsprozess und bringen ihre unterrichtspraktischen Anliegen, Frage- und Problemstellungen aktiv in die Seminararbeit mit ein, so dass alle LiV`s aus den unterschiedlichen  Ausbildungsgängen davon profitieren.

Ø  Prinzip der Situationsorientierung und der Partizipation

Die jeweiligen aktuellen Anliegen der Liv`s werden thematisiert und bearbeitet. Gemeinsame Absprachen sind Grundlage der Bearbeitung und Umsetzung der verschiedenen Lernsituationen des Seminarlehrplans für die berufliche Fachrichtung Sozialpädagogik.

Ø  Prinzip der Handlungs- und Kompetenzorientierung

Es werden fachpraktische und fachtheoretische Inhalte eng mit einander verbunden und verknüpft, so dass die Inhalte einen direkten Bezug zu den verschiedenen angestrebten Kompetenzbereichen der LiV`s  haben.

Seminarcurriculum

In den Seminarsitzungen werden Unterrichtsinhalte aus den verschiedenen sozialpädagogischen Ausbildungsgängen im Rahmen von Lernsituationen vertiefend bearbeitet[1]. Darüber hinaus werden Themen, die in der aktuellen Fachdiskussionbestimmend sind, aufgegriffen und deren Umsetzung in den verschiedenen Lernsituationen der Schulen bearbeitet:

  • Inklusion
  • Sprachsensibler Fachunterricht als Querschnittsthema
  • Interkulturelle Kompetenzen
  • Kinderarmut
  • Partizipation
  • Kindeswohlgefährdung
  • Bildungs- und Lerngeschichten in Krippe und Kindergarten
  • Familienzentren nach dem Konzept der Early Exellence Center
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung

(vgl. Darstellung der verschiedenen Innovationsvorhaben auf dem  niedersächsischen Bildungsserver: http://www.nibis.de/nibis.php?menid=2692, Stand 31. 10.2018)

Kompetenzorientierte Fachdidaktik

Der Kompetenzbegriff hat sich als Leitbegriff in den unterschiedlichen Bereichen des Bildungs- und Ausbildungssystems durchgesetzt. Mit der Orientierung an Kompetenzen vollzieht sich auch in der Sozialpädagogik ein Paradigmenwechsel von der Input- zur Output – Steuerung.

Maßgeblich für die Qualität von Bildungs- und Ausbildungsprozessen wird die tatsächlich erbrachte Lernleistungen (learning outcomes) der Schülerinnen und Schüler gesehen. Diese Outcome-Perspektive ermöglicht eine Zieltransparenz und dient der Vergleichbarkeit. Damit wird eine Anschlussfähigkeit für eine horizontale und vertikale Durchlässigkeit gegeben.

Die berufsschulische sozialpädagogische Ausbildung hat sich bereits 1996 mit dem eingeführten Lernfeldkonzept und der Kompetenzorientierung auseinandergesetzt.

Die aktuellen Rahmenrichtlinien der zweijährigen Fachschule Sozialpädagogik und der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistentin/Sozialpädagogischer Assistent von 2016 führen das Lernfeldkonzept weiter und strukturieren die curricularen Anforderungen in Module, die wiederum auf der schulischen Ebene weiterhin in Lernsituationen konkretisiert werden.

(http://www.nibis.de/nibis.php?menid=2691, Stand 31.10.2018)

[1]Siehe Seminarlehrplan Sozialpädagogik Studienseminar Stade, Stand Oktober 2018