Archiv für den Monat: Juli 2020

Alternatives Sommerfest – Feste feiern trotz Corona?!

Wie wichtig „socialising“ für die Entwicklung eines Gemeinschafts- und Gruppengefühls ist, wurde auch in diesem Jahr deutlich. Trotz der Corona-Pandemie starteten Lehrkräfte des Jahrgangs 20/01 in ihren Vorbereitungsdienst. Die Auftaktveranstaltung mit einer Einführungswoche in Barendorf konnte aufgrund der besonderen Auflagen zum Umgang mit der Pandemie nicht angeboten werden. Auch weitere Teambuilding-Maßnahmen schienen aufgrund des aktuellen Corona Hygieneplans nahezu unmöglich. Geht es doch bei der Förderung eines Gruppengefühls in erster Linie darum, unterschiedlichste Menschen durch ein gemeinsames Erlebnis aktiv zusammenzuführen und somit ein lernförderliches Klima zu ermöglichen. Aber wie können Lehrkräfte dies in Zeiten eines Ausnahmezustandes ermöglichen?

Einige Möglichkeiten zur Förderung von Gemeinschaftsgefühl zeigte die pädagogische Seminargruppe von Frau Hasekamp-Harms. Alternativ zum jährlichen Sommerfest wurden eine Stadtrallye und eine Kanutour angeboten. Im Prinzip des pädagogischen Doppeldeckers  ging es darum, Lernen in einem doppelten Theorie–Praxisbezug zu ermöglichen. Mit einem hohen Maß an Kommunikationsfähigkeit, einem guten Maß an strategischem Vorgehen und einer Menge Spaß ging es an die erfolgreiche Absolvierung der Stadtrallye (mit Mundschutz und Abstandsregelung) innerhalb eines sportlichen Zeitfensters von 75 Minuten.

Ebenfalls sportlich aber unter besten Rahmenbedingungen konnte das PS-Team HH 20/1 sich auf die sich anschließende Kanutour (mit zwei Personen, in einem Dreier-Kanu und somit ausreichend Abstand) rund um die Stadt begeben und weitere gemeinsame Erfahrungsräume betreten.

Daniela Lemmen 

 

 

Ästhetische Bildung – Eine Exkursion des Fachseminars Sozialpädagogik

„Kunst ist dafür da, den Staub von der Seele zu waschen“, zitieren die Kunsttherapeutinnen Sandra Born und Maike Beckmann den spanischen Maler Picasso, um ihr Herzprojekt, >die Hofkünstlerei< in Melbeck  zu beschreiben.  Hierbei klingt schon an: Es geht um wesentlich mehr, als um das, was im landläufigen Sinne unter ‚Kunst‘ verstanden wird. Es geht nicht um bezaubernd hübsche Ergebnisse, um ausstellenswerte, technisch ausgefeilte Exponate. Auch nicht darum, Techniken zu erlernen, die solcherlei Endprodukte erzielen könnten.

Um wieviel mehr es geht, durften wir während unseres Aufenthaltes auf dem alten Bauernhof am eigenen Leib erfahren. Am eigenen Leib und an der eigenen Seele. Leib und Seele, Sinn und Empfindung war das Erfahrungsspektrum, das uns angeboten wurde. Experimentieren, Material erfahren, erleben, was möglich ist. Und darum, was diese Erfahrung ästhetischer Bildung mit uns macht.

Den Anfang gab eine Vorstellungs- und Gesprächsrunde, in der Fragen, die wir im Voraus erarbeitet hatten, beantwortet und besprochen wurden. Eine zugewandte und wertschätzende Atmosphäre, unterstrichen durch das Ambiente des besonderen Ortes, an dem wir uns befanden. Einerseits der Charme eines alten Hofes, dem viele alte Bestandteile erhalten blieben, im Kontrast die unübersehbaren Spuren von bunter, schöpferischer Arbeit. Farbspritzer, bis an die Decke hinauf, ausgehängte Türen, die als Malunterlage dienten, selbst schon Kunstwerk  sind. Wir erhielten Einblicke in die therapeutische Arbeit, die den Kern der Hofkünstlerei ausmacht. Denn obwohl auch Veranstaltungen wie Kindergeburtstage auf dem Programm stehen, sind therapeutische Angebote  der Kern der dortigen Arbeit: Die professionelle Bearbeitung von traumatisierenden Erfahrungen durch Kunsttherapie, die begleitende Unterstützung beim Aufarbeiten psychischer Krisen. Die Aktivierung von Heilungsprozessen und Bewältigung von Leid. Angebote, die sich sowohl an Kinder, als auch an Erwachsene richten, persönliche Belange, als auch Schicksalsschläge wie Fluchterfahrung betreffen können.

Unsere erste Aufgabe: Ein „Kleckerbild“ zu gestalten. Material: Riesige Bögen Papier, literweise bunte Farben. Und keine Werkzeuge. Außer den Händen.  „Lasst die Farbe auf das Papier kleckern, einfach so. Probiert, was geschieht, was euch anspricht“.  Wann gibt es schon einmal so eine Möglichkeit? Ohne Hinweise wie „macht nichts schmutzig!“  oder „sei sparsam mit dem Material!“. Schon dieser erste Schritt zeigte deutlich, wie unterschiedlich die Teilnehmenden an Material, Technik und Perspektive herangingen. Manch‘ eine im Stehen, schwungvoll bunte Farbe auf Papier tropfend, kleckernd, spritzend. Andere in ruhiger Detailarbeit, achtsam konzentriert, vorsichtig mit Fingerspitzen die Farbe verarbeitend. So unterschiedlich die Teilnehmenden, so vielfältig die Prozesse und Ergebnisse.

Als Angebot einer Zwischenreflektion gab es Leitfragen, welche jede*r für sich annehmen und beantworten konnte. Eine kleine Pause, Gespräche, Kaffee, Gedanken teilen. Und dann ein zweiter Arbeitsschritt, in dem die bisherigen Werke weiterverarbeitet und verändert werden konnten. Ein Abdruck dessen, was von der Farbe noch nicht getrocknet war, eine Weiterentwicklung, eine Metamorphose, ein Prozess.

Zum gemeinsamen Abschluss tauschten wir Erfahrungen, Erlebnisse, Eindrücke. Wie unterschiedlich Menschen denselben Arbeitsauftrag annehmen, verstehen, bearbeiten. Wie individuell die Herangehensweise, die subjektive Bereitschaft und Fähigkeit sich den Prozessen zu öffnen oder zu verschließen. Wie vielfältig die Wahrnehmungen dieses einen Tages.

J. Gatke

100%ige Integration

Corona-Zeiten machen es notwendig, auch Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst einzubeziehen, die zur Riskogruppe gehören und daher nicht im Studienseminar präsent sein können. Hier kann man sehen, wie die Präsenz in der Gruppe 20-1 im Pädagogischen Seminar aussieht.

Hier kann man sehen, wie die Präsenz in der Gruppe 20-1 im Pädagogischen Seminar aussieht. Julia Mordhorst (in Stade) und Diana Nordbrink (in Boitze) erstellen gemeinsam ein Plakat zum Thema “Lernen braucht Belohnung”.

Klasse, was die Digitalisierung alles möglich macht!